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Halsbandsittich City 🩜fliegt!

Aktualisiert: 7. MĂ€rz


Oder: die heilsame Kraft unserer HĂ€nde und der Natur. Eine etwas ausfĂŒhrlichere Geschichte. Vor dem Anfang gleich das Happy End mit einem letzten Video von City aus unserem Garten:



Und nun von Anfang an:


Am 12. Oktober 2022 findet meine Kollegin einen bewusstlosen Halsbandsittich, der gerade gegen unser verglastes BĂŒrogebĂ€ude in der Heidelberger Bahnstadt geflogen ist. (Daher der Name "City" - hergeleitet von Sittich und Bahnstadt).


Der hĂŒbsche, nicht gerade kleine Vogel mit dem krĂ€ftigen Schnabel hat einen deutlich verbogenen FlĂŒgel, liegt verkrampft am Boden und weist kaum noch Lebenszeichen auf. Er scheint nicht mehr zu retten zu sein.


Aus meiner Erfahrung mit Vögeln aus unserem Garten, die nach einem Aufprall gegen die Fensterscheibe regungslos im Schock am Boden lagen und durch intensive BerĂŒhrung und Gedanken der Heilung plötzlich wieder quicklebendig wurden, wage ich es, ihn in meine HĂ€nde zu nehmen und zu halten. In einem solchen Prozess versuche ich, mich mit dem Wesen des Tieres zu verbinden, um den Schock des Aufpralls gemeinsam zu durchleben. Möglicherweise kann der tödlich wirkende Schock so vergehen und das Tier sein noch vorhandenes Leben wieder wahrnehmen. Bei den Gartenvögeln hatte das bisher rein intuitiv funktioniert, doch ob es in einem solch hoffnungslos scheinenden Fall eines wesentlich grĂ¶ĂŸeren Vogels auch wirken konnte?



Das gekrĂŒmmte Tier bleibt regungslos in meinen HĂ€nden und so entscheiden sich meine Kollegin und ich fĂŒr eine Naturbestattung in der Mittagspause. Wir lagern "City" zwischenzeitlich in einem Karton fĂŒr Kopierpapier - praktisch veranlagte Frauen.


Als wir betreten auf dem Weg zur Mittagspausen-Schnellbestattung sind, staunen wir ĂŒber alle Maßen, als uns ein fröhlich blinzelnder "City" aus dem Karton anschaut. Der Totgeglaubte lebt! Was fĂŒr eine schöne Überraschung! Wie war nochmal Plan B?


Kurzentschlossen nehme ich City in meine Obhut und mit nach Hause. Der KatzenkĂ€fig wird schnell zum VogelkĂ€fig umfunktioniert und Wildvogel City, der sich in meinen HĂ€nden am wohlsten zu fĂŒhlen scheint, fĂŒr die Nacht aufgenommen.



Die Verabreichung eines homöopathischen Mittels in Absprache mit Stellas genialem Tierhomöopathen nach dem Motto "was Katze heilt, heilt vielleicht auch Vogel" wird zu seinem Schlummertrunk. Wie es weitergehen wird, wie lange es dauern wird - keine Ahnung!


Am nĂ€chsten Morgen scheint es ihm prĂ€chtig zu gehen. Zumindest im Sitzen. In meinen HĂ€nden fĂŒhlt er sich sichtlich wohl und wir halten dies in schönen Fotos fest. Wer weiß, wie lange er noch bei uns sein wird. Die ahnungslose Katze Stella bekommt von all dem nichts mit. Die persönliche Vorstellrunde lassen wir bei aller Diplomatie aus.



WĂ€hrend ich bei der Arbeit bin, wird weiteres Katzen-Equipment eingesetzt, um ein Auge auf City zu haben. Die Minikamera ĂŒbertrĂ€gt bei Bedarf Live-Mitschnitte aus dem Vogel-KatzenkĂ€fig. Plan B plus - wie lange kann City im KĂ€fig zuhause bleiben, existiert noch immer nicht. Es scheint mir unwahrscheinlich, dass er bald wieder fliegen können sollte.



Dass unsere schöne Begegnung bereits an diesem Tag nach seinem Unfall wieder enden wĂŒrde, halte ich nicht fĂŒr möglich, als ich ihn abends nach der Arbeit mit dem KĂ€fig an die frische Luft bringe. Ich öffne den KĂ€fig - was soll schon passieren... - und nehme City in meine behandschuhten HĂ€nde. Mit einem Mal breitet er seine FlĂŒgel aus und flattert eine kurze Strecke zur vertrockneten Cocktailtomate (wegen ihrer GrĂ¶ĂŸe "Tomatenbaum" genannt). Huch! Meine Überraschung ist riesig und ich greife schnell zum Handy. Hier die Aufnahme mit hörbarem Erstaunen in der Stimme.





City hebt nach einem weiteren Flug in den Tomatenbaum aus meinen HĂ€nden (siehe Video vom Anfang) kurzerhand ab und fliegt in die benachbarte Kastanie. Der Baum schenkt ihm Schutz fĂŒr die Nacht und am Morgen ist er in die Freiheit verschwunden. Wie schön! Wirklich oft und voller Dankbarkeit denke ich an unsere wundersame Begegnung!






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